{"id":2458,"date":"2016-12-21T15:47:49","date_gmt":"2016-12-21T14:47:49","guid":{"rendered":"http:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=2458"},"modified":"2016-12-21T15:47:49","modified_gmt":"2016-12-21T14:47:49","slug":"ungarisches-hirnforschungsprogramm-identifiziert-gen-verantwortlich-fuer-depressive-stoerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2016\/12\/21\/ungarisches-hirnforschungsprogramm-identifiziert-gen-verantwortlich-fuer-depressive-stoerungen\/","title":{"rendered":"Ungarisches Hirnforschungsprogramm identifiziert Gen verantwortlich f\u00fcr depressive St\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Ungarischen Hirnforschungsprogramm (ungarische Abk\u00fcrzung: NAP) arbeitet die Forschungsgruppe von Prorektor Dr. Gy\u00f6rgy Bagdy an der Erforschung der biologischen und genomischen Hintergr\u00fcnde der Depression. Die Arbeitsgruppe publizierte bisher bereits 10 Artikel in den f\u00fchrenden wissenschaftlichen Zeitschriften der Welt. Hier stellten sie fest, dass ein Gen, das auch mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung steht, in der Herausbildung der Gr\u00fcbelneigung als Pers\u00f6nlichkeitszug eine zentrale Rolle spielt. Als Teil dieser Arbeit wurde auch die Genotypisierung einer aus 2500 Personen bestehenden Datenbank fertiggestellt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2459 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2017\/01\/bgy3-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/>Bis 2030 wird ein Drittel der Krankheitsbelastung der ganzen Welt von der unipolaren Depression herr\u00fchren \u2013 so Dr. Bagdy \u00fcber die Aktualit\u00e4t des Themas. Im Rahmen des Programms <em>NAP A<\/em> sollen neue medizinische Zielpunkte f\u00fcr Antidepressiva ergr\u00fcndet werden; deshalb arbeitet die Forschungsgruppe an der Erforschung des biologischen Hintergrunds von depressiven St\u00f6rungen. Hierzu wird das Genom untersucht, und mithilfe von Imaging wird dann festgestellt, welche Hirnregionen in der Herausbildung von depressiven Merkmalen und Angstsymptomen involviert sind.<\/p>\n<p>Die Basis der jetzigen Forschungen gibt eine Datenbank mit Daten von 2500 Freiwilligen aus Ungarn und England, die im Rahmen des sog. \u201eNewMood\u201d-Projektes im Jahr 2004 erstellt wurde. Das Konsortium der EU wurde damals von Dr. Bagdy geleitet, mit der Teilnahme von Dozentin Dr. Gabriella Juh\u00e1sz, die sich inzwischen in einem Stipendienprogramm in Manchester befand. Die Datenbank beinhaltet detaillierte Informationen \u00fcber fr\u00fchere Krankheiten, medikament\u00f6se Behandlungen, soziale Einfl\u00fcsse, schulische Ausbildung, Pers\u00f6nlichkeitsz\u00fcge und Mentalit\u00e4t, und daneben auch genetisches Material von allen Teilnehmern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/hirek\/12\/ungarisches-hirnforschungsprogramm-identifiziert-gen-verantwortlich-fuer-depressive-stoerungen\/nap1\/\" rel=\"attachment wp-att-2460\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2460\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2017\/01\/nap1.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"633\" \/><\/a>Die Datenbank wurde im Rahmen des NAP-Programmes weiter entwickelt und genotypisiert \u2013 so wurden zwei Millionen genetische Varianten pro Person festgestellt. Alle weiteren Untersuchungen werden auf Grundlage dieser Daten durchgef\u00fchrt. \u201eUnter anderem wollen wir wissen, welche biologische Faktoren, Pers\u00f6nlichkeitsz\u00fcge, gedankliche und psychische Mechanismen Personen aufweisen k\u00f6nnen, die von der Depression am meisten gef\u00e4hrdet sind\u201d \u2013 erl\u00e4uterte Dr. Gabriella Juh\u00e1sz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/hirek\/12\/ungarisches-hirnforschungsprogramm-identifiziert-gen-verantwortlich-fuer-depressive-stoerungen\/nap2\/\" rel=\"attachment wp-att-2461\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2461\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2017\/01\/nap2-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Die Forschungsgruppe ver\u00f6ffentlichte bisher im Rahmen des NAP-Programms mehr als 10 wissenschaftliche Studien. \u201eUnter anderem haben wir festgestellt, dass eine Genvariante, die anhand fr\u00fcherer Untersuchungen auch mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung steht, ein Risiko f\u00fcr die sog. Rumination (Gr\u00fcbeln) darstellt, die typisch f\u00fcr Pers\u00f6nlichkeiten sind, die zur Depression neigen\u201d \u2013 erkl\u00e4rte PhD-Studentin N\u00f3ra Eszl\u00e1ri die Ergebnisse ihrer Studie, die in der Zeitschrift Translational Psychiatry ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201eWir haben die Zusammenh\u00e4nge zwischen zwei Genen des Folat-Metabolismus und der Rumination erforscht, die sowohl in den ungarischen als auch in den englischen Mustern zu finden war\u201d \u2013 so Eszl\u00e1ri weiter. \u201eDas Gr\u00fcbeln kann neben der Depression auch zu weiteren pathologischen Vorg\u00e4ngen\u00a0 f\u00fchren und steigert das Risiko f\u00fcr Alkoholprobleme, Angstst\u00f6rungen oder Esssucht.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/hirek\/12\/ungarisches-hirnforschungsprogramm-identifiziert-gen-verantwortlich-fuer-depressive-stoerungen\/nap3\/\" rel=\"attachment wp-att-2462\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2462\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2017\/01\/nap3-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Dr. Gabriella Juh\u00e1sz hob gleichzeitig hervor, dass im Falle von psychiatrischen Krankheiten die Wirkung des genetischen Faktors \u00e4u\u00dferst gering sei. \u201eOb jemand eine Neigung f\u00fcr psychiatrische Krankheiten entwickelt, wird vielmehr von der gemeinsamen Wirkung aller genetischen Varianten bestimmt. Soziale Einfl\u00fcsse sind besonders pr\u00e4gend f\u00fcr die Herausbildung psychiatrischer Symptome. F\u00fcr emotionale Einstellungen ist das limbische System des Gehirns verantwortlich, daher m\u00f6chten wir mit Imaging-Techniken feststellen, welche Abweichungen Personen mit Gr\u00fcbelneigung im Vergleich von anderen in der Aktivit\u00e4t des Gehirns aufweisen. Anhand unserer bisherigen Ergebnisse k\u00f6nnen solche Abweichungen tats\u00e4chlich nachgewiesen werden, weshalb wir vermuten, dass die Gr\u00fcbelneigung auf dem Niveau des Gehirns bestimmt werden kann.\u201d<\/p>\n<p>Dr. Gy\u00f6rgy Bagdy, Prorektor f\u00fcr Forschung und Direktor des Instituts f\u00fcr Pharmakodynamik, betonte: \u201eDie Identifizierung eines Gens in Verbindung einer Krankheit bedeutet immer auch eine neue Richtung in der Forschung nach potentiellen medikament\u00f6sen Zielpunkten. Oder aber k\u00f6nnen wir markant rumin\u00f6se Personen mit depressiven Erkrankungen als separate Gruppe behandeln, und ihre charakteristischen biologischen Prozesse individuell mit Medikamenten und Therapie beeinflussen.\u201d<\/p>\n<p>Dr. Gabriella Juh\u00e1sz leitet auch das Programm <em>NAP B,<\/em> das in erster Linie die Migr\u00e4ne erforscht. Im Projekt \u201eErforschung der Migr\u00e4ne furch fMRI und genetische Biomarker\u201d konnte unter anderem festgestellt werden, dass Patienten die h\u00e4ufig unter Migr\u00e4ne leiden, und auch zum Gr\u00fcbeln neigen, eine erh\u00f6hte Neigung zu depressiven und Angstst\u00f6rungen aufweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/hirek\/12\/ungarisches-hirnforschungsprogramm-identifiziert-gen-verantwortlich-fuer-depressive-stoerungen\/nap4\/\" rel=\"attachment wp-att-2463\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-2463\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2017\/01\/nap4-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/p>\n<p>P\u00e1lma Dobozi<br \/>\n Photos: Attila Kov\u00e1cs, Semmelweis Universit\u00e4t<\/p>\n<p>\u00dcbersetzt von Marica Wild<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Ungarischen Hirnforschungsprogramm (ungarische Abk\u00fcrzung: NAP) arbeitet die Forschungsgruppe von Prorektor Dr. Gy\u00f6rgy Bagdy an der Erforschung der biologischen und genomischen Hintergr\u00fcnde der Depression. 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